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Qian Zhongshu (1910-1998), gehört zu den größten literarischen Gelehrten des 20. Jahrhunderts. Nach dem Studium in Oxford und an der Qinghua-Universität in Peking war Qian brillanter Kenner nicht nur der verschiedenen chinesischen  Literaturen, sondern auch der französischen, deutschen, englischen, italienischen und lateinischen und lehrte selbst zeitweise als Anglistik-Professor. Literarische Furore machte er erstmals 1946 mit dem Band Menschen, Tiere, Gespenster. Zeitgleich erschien sein Meisterwerk Die umzingelte Festung als Fortsetzungsroman,  alsbald von Kennern der chinesischen Prosa als Wurf von weltliterarischem Format erkannt; die erste amerikanische Ausgabe erschien 1961. 
Nach 1949 wurde der Roman in der Volksrepublik China drei Jahrzehnte lang nicht aufgelegt; sein Autor war während der Kulturrevolution in Ungnade gefallen; eine Zeit der Schikane in Kaderschulen und das Berufsverbots folgten. Erst 1976, nach dem Sturz der „Viererbande“, wurden Qian und seine Frau Yang Jian, ebenfalls Schriftstellerin, rehabilitiert. 1980 erschien Die umzingelte Festung erneut und wurde nun auch im Ausland berühmt. Übersetzungen ins Russische, Französische, Englische, Deutsche, Polnische und Tschechische kamen heraus; die Zeitung Le Monde schlug Qian mehrfach als Kandidat für den Nobelpreis vor.
Die umzingelte Festung als Fernsehserie, eine chinesische Produktion, erreichte höchste Einschaltquoten.
Bis zu seinem Tod 1998 war Qian Zhongshu Vizepräsident der Akademie der Wissenschaften in Peking. Wenn es um Auskunft über sein eigenes literarisches Werk ging, war der Autor jedoch legendär zurückhaltend: „Wer ein Ei isst, will ja auch nicht unbedingt die Henne kennen lernen, die es gelegt hat.“