SchimerGraf Verlag

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Víctor Català
Solitud

Roman
Aus dem Katalanischen von Petra Zickmann
Mit einem Nachwort von Jordí Puntí
Leinen mit Schutzumschlag und Lesebändchen
384 Seiten € 19,80
ISBN 978-3-86555-042-2




Das Meisterwerk der katalanischen Literatur.
Caterina Albert i Paradís, die nur unter männlichem Pseudonym veröffentlichen durfte, schuf noch vor Federico García Lorca und D.H. Lawrence das Porträt einer jungen Frau, die sich aus der Einsamkeit der katalanischen Bergwelt – und ihrer unbefriedigenden Ehe befreit.

Das Bauernmädchen Mila bewirtschaftet zusammen mit ihrem jungen Ehemann Matias eine Einsiedelei hoch in den katalanischen Bergen. Inmitten dieser rauhen, kargen Landschaft spürt sie bald die Entfremdung von Matias; ihre Freundschaft zu Gaietà, einem Schäfer und Geschichtenerzähler, für den die Berge voll von geheimnisvollen, schönen Legenden sind, macht ihr ihre Einsamkeit noch schmerzlicher bewußt. Als der Wilderer Anima auftaucht, nimmt ein Drama seinen Lauf, an dessen Ende Mila allein den Abstieg wagt: sie ist selbstbewußt und erwachsen geworden.
Solitud, erstmals erschienen zwischen 1904 und 1905 als Fortsetzungsroman in der Zeitschrift Joventut, markiert den Beginn der modernen katalanischen Literatur – und war unter Franco vierzig Jahre lang verboten gewesen. Die radikal modernistische Sprache und die psychologische Tiefe, mit der Caterina Albert das sexuelle Erwachen der jungen Bäuerin Mila schildert, haben auch hundert Jahre nach Entstehen des Romans nichts von ihrer Intensität verloren.
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Die Katalanische Kultur ist Ehrengast der Frankfurter Buchmesse 2007.
Zahlreiche Ausstellungen und Veranstaltungen.

Eines Nachmittags, als sie auf ein Sims über dem Altar geklettert war und einem Engel, der als Kerzenhalter diente, das Wachs zwischen den Fingern wegschabte, fiel ein Schatten auf sie. Sie wandte sich um und sah einen Mann in der Tür zur Kapelle stehen.
Ein wenig verlegen sprang sie rasch herunter, und paßte dabei auf, daß er ihre Beine nicht sah. Sie war erhitzt und außer Atem, ihre Augen blitzten unter den weißbestäubten Wimpern hervor, und das rote Kopftuch, das sie sich ums Haar geschlungen hatte, verlieh ihr etwas Lausbübisches. 
Der Mann starrte sie entgeistert an.
Er war ein grobschlächtiger Bauer mittleren Alters, barfuß, in einer abgetragenen blauen Samtjoppe und zerrissenen gelben Kordhosen…zwei winzige Augen in tiefen Höhlen bewegten sich unruhig hin und her wie Insekten im Gras.

Pressestimmen

"Eine erfreuliche Wiederentdeckung... Víctor Català gelingt in ihrem Roman ein sinnliches Sittengemälde des Landlebens um die Jahrhundertwende und das Psychogramm eines Menschen, der vor der eigenen Liebesfähigkeit erschrickt. Geschrieben ist Solitud in einer bild- und vooabelreichen Sprache, der nichts Anachronistisches anhaftet und deren Übersetzung sich äußerst geschmeidig liest." Christoph Schröder, Die Zeit 

"Mila heißt die junge, ungemein sympathische, sehr heutige Heldin dieses Buchs... Was Mila hier (in der Einsiedelei) erwartet, ist für die junge Frau ein Albtraum. Für den Leser aber eine überreiche Fundgrube verwunschener Dinge, geheimnisvoller Geschichten, handfester Lebenserfahrungen, dreister Gaunereien. Und immer wieder wunderbarster Naturbeschreibungen." Sabine Dultz, Münchner Merkur

" ... mehr als ein Jahrhundert nach seiner Entstehung immer noch jung und unverbraucht... Hundert Tage Fraueneinsamkeit waren seit Marlen Haushofers "Die Wand" nicht mehr so fesselnd wie hier." Susanne Benda, Stuttgarter Zeitung

"Liest man heute diese Geschichte eines schmerzhaften weiblichen Aufbruchs... dann ist man überrascht und begeistert: Victor Català zeichnet mit psychologischer Genauigkeit und Schärfe eine ungemein moderne Frauenfigur." Manuela Reichart, Literaturen

"In der schönen Übersetzung von Petra Zickmann legt der Roman Zeugnis von der frühen ästethischen Modernität und der emanzipatorischen Kraft dieser katalanischen Autorin ab." Harald Loch, Nürnberger Nachrichten

"Eine sehr lohnenswerte Ausgrabung eines katalanischen Klassikers: Keine Seite lang liegt hier Patina auf den mit glasklarem Blick in erstaunlich moderner Sprache geschilderten Seelenlandschaften." Abendzeitung

"...derart spannend und einfühlsam geschrieben, dass man es in einem Zug durchlesen muss. Soviel Leben, Liebe und Leidenschaft... Eine tolle Entdeckung." Kurier (A)

"Catalás Sprache ist... von einer kristallinen Nüchternheit, die direkt den Bergen abgelauscht zu sein scheint... Solitud ist ein Roman, der eine großartige Landschaft eröffnet - und die Gewissheit hinterlässt, dass die grausame Gleichgültigkeit der Natur ausgegelichen wird durch den Trost ihrer Schönheit." Ruth Fühner, Diwan (BR)

"Ergreifendes Porträt einer unglücklich verheirateten Frau - zugleich ein Meilenstein der modernen katalanischen Literatur." Börsenblatt

"Solitud ist einerseits ein wundervolles Porträt einer Epoche mit ihren ländlichen Sitten, dem religiösen Leben und dem dramatischen Schicksal einzelner Figuren, kann aber anderseits auch als Entwicklungsroman der jungen Mila gelesen werden." Heike Geilen, sandammeer.at

Zur Autorin Víctor Català / Caterina Albert i Paradís


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