Ruben Gonzalez Gallego
Weiß auf Schwarz
Ein Bericht
Aus dem Russischen von Lena Gorelik
Titel der Originalausgabe: Beloje na tschjornom
Umschlagfoto: Anna Yurienen Gallego
224 Seiten, € 17,80, sFr 31,-
ISBN 978-3-86555-004-0
„Dies ist ein Buch über meine Kindheit. Eine grausame, furchtbare Kindheit – aber eben trotzdem eine Kindheit. Um in sich eine Liebe zur Außenwelt zu bewahren, um groß und erwachsen zu werden, braucht ein Kind wirklich wenig: ein Stück Speck, eine Scheibe Brot mit Wurst, eine Handvoll Datteln, blauen Himmel, ein paar Bücher und die Herzlichkeit eines menschlichen Worts. Dies genügt, es ist mehr als genug."
Ruben Gonzalez Gallego wird im September 1968 in der Klinik des Kreml geboren. Seine Mutter, eine Spanierin, wurde dort als Notfall aufgenommen dank ihrer Verbindungen zur geheimen Spanischen Kommunistischen Partei; sie war schwanger mit Zwillingen. Das erste Baby stirbt. Bei der Geburt des zweiten, Ruben, treten Komplikationen auf; seine Beine bleiben gelähmt und die Feinmotorik seiner Hände beeinträchtigt. Zunächst in einem Waisenhaus für Angehörige der kommunistischen Elite untergebracht, beginnt für Ruben ab dem zweiten Lebensjahr eine Odyssee durch Heime für behinderte Kinder; seiner Mutter sagt man, er sei gestorben. Rubens letzte Station 1990 ist ein Altersheim, in dem all die untergebracht werden, die keiner „nützlichen Tätigkeit" mehr nachgehen können. In den Wirren der Perestroika 1990 gelingt es ihm mit Hilfe einer Pflegerin, seiner späteren ersten Frau, zu entkommen.
Pressestimmen:
"Wir haben verstanden, und - wichtiger - wir haben mitgefühlt."
Neue Zürcher Zeitung
"ein erschütterndes Leidenszeugnis"
Andreas Nentwich/Börsenblatt
„Ein Buch, das durch die Schlichtheit seiner Schilderungen rührt.“
KulturSpiegel
„Gallego entwickelt er ein Bild der späten Sowjetunion von einer Warte, aus der sie bislang wohl kaum betrachtet wurde … Die Lakonie des Leids ist es, die dieses Buch so lesenswert macht.“
Münchner Merkur
„Das Ungeheuerliche wird ganz sachlich erzählt. Die punktgenaue Beschreibung ist von einer atemberaubenden Selbstmitleidlosigkeit. Der Autor …beherrscht die herbe Poesie der Lakonie … ein furioser Debüttext.“
Hannoversche Allgemeine Zeitung
„Es ist nicht bloß der Bericht einer schweren Kindheit. Gallego protokolliert in einer präzisen, fast distanzierten Sprache das Innenleben einer Diktatur.“
Märkische Allgemeine